Als examinierte Altenpflegerin, Pflegedienstleitung, Tochter eines dementen Vaters (gestorben 2016), Mutter eines beeinträchtigten, pflegebedürftigen Kindes bringe ich etwas mit, das kein Lehrbuch vermitteln kann. Zwei Menschen, die ich über alles liebe, beide mit einem ganz eigenen Bedarf an Zeit, Geduld und Verständnis. Ich habe erlebt: Diese Zeit hatte fast niemand. Die Termine waren kurz, Zuständigkeiten eng gesteckt, und für das, was am meisten zählte – wirklich hinzuschauen, zuzuhören, da zu sein – blieb fast kein Raum. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man nicht weiterkommt. Wenn man nicht weiß, welcher Antrag zuerst gestellt werden muss, welche Leistungen einem zustehen oder an wen man sich überhaupt wenden kann. Ich habe selbst in dieser Erschöpfung gesessen – und ich habe gelernt, wie man da wieder herausfindet. Ich kenne das System von beiden Seiten – als Fachkraft und Angehörige.

Mein beruflicher Weg ist kein gerader – und das ist gut so. Denn er hat mich auf das vorbereitet, was ich heute tue.